MaintMaster blog - 28 August 2019


Ausfallzeiten oder Anzahl der Ausfallzeiten messen?

Ausfallzeiten oder Anzahl der Ausfallzeiten messen?

Unzählige Bücher befassen sich mit Leistungskennzahlen zum Auswerten und Beeinflussen von Tätigkeiten. Wir empfehlen, für jeden Unternehmensbereich nur ein paar ausgewählte zu verwenden, um an den richtigen Stellen anzusetzen. Die GAE (Gesamtanlageneffektivität) oder englisch OEE für Overall Equipment Effectiveness ist eine großartige Kennzahl, die sich gut als Gesamtkennzahl eignet. Allerdings ist es unter Umständen schwierig, Aktivitäten zu definieren und zu vergleichen, bei denen die Auslastung extrem schwankt.

Mein Interesse als Instandhaltungsmanager lag eher darin, die Organisation der Instandhaltung und die Leistungen meines Personals auszuwerten, sodass wir Ergebnissteigerungen gebührend feiern können. Die Leistungskennzahl sollte einfach verständlich und vom Team beeinflussbar sein. Ausfallzeiten sind etwas, das wohl jeder bemessen kann. Die Frage aber ist, ob wir eher vom Erfassen der Ausfalldauer oder aber der Anzahl der Ausfälle profitieren. Und spielt das eigentlich eine Rolle? Um meine Techniker mit einzubeziehen, habe ich sie nach ihrer Meinung gefragt. Die Mehrheit entschied sich für die Ausfalldauer, also die Zeit vom Stopp bis zum Neustart.

Wie wirkt sich das Erfassen von Ausfallzeiten auf das Team aus?
Die Techniker halten sich bereit: Sie reinigen ihre Werkzeugkästen, stellen sicher, dass alle Werkzeuge griffbereit sind, ölen ihre Fahrräder und sind startklar. Sie warten, dass das Telefon klingelt. Wenn es so weit ist, nimmt einer den Anruf an und alle schwärmen aus, um die Störung schnellstmöglich zu beheben. Nach getaner Arbeit kehren sie in die Werkstatt zurück und warten auf den nächsten Anruf. Auch beim nächsten Anruf fahren sie wieder raus und bringen die Maschine so schnell wie möglich wieder in Gang. Schließlich möchte jeder am Freitag sein Stück Kuchen haben – und dafür müssen die Ausfallzeiten möglichst kurz sein. So sieht also ein Arbeitstag aus. Natürlich ist das etwas verallgemeinert, übertrieben ist es aber nicht, denn so denkt ein Techniker: „Je schneller wir das Problem beheben, desto besser“. Also eilen sie überallhin, wo eine Maschine stehengeblieben ist, und stellen sicher, dass sie schnellstmöglich wieder läuft.

Gut oder nicht? Kommt drauf an. Aber sollten Maschinen denn überhaupt stehenbleiben?

Wie verhält sich das Team, wenn ich die Anzahl der Ausfälle überwache?
Die Techniker bereiten sich auf den nächsten Ausfall vor. Wenn das Telefon klingelt, begeben sie sich zur Maschine. Natürlich lösen sie das Problem. Gleichzeitig analysieren sie es aber auch und besprechen anschließend, was getan werden kann, dass dieses Problem nicht wieder auftritt. Selbstverständlich dauert der Stillstand zunächst länger, die Gesamtausfallzeit wird sich aber wahrscheinlich im Laufe der Zeit verringern. Wenn eine Störung erneut auftritt, wird das Team versuchen, die Ursache zu beheben, anstatt nur sicherzustellen, dass die Maschine schnell wieder anläuft.

Mein Fazit
Für welche Kennzahl Sie sich entscheiden, ist davon abhängig, was Sie erreichen möchten und welchen Ansatz Sie sich von Ihrem Team wünschen.

/ Staffan Bergström, project manager