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Sicherheit, Vorschriften, knappe Margen: Warum die Lebensmittelindustrie proaktive Instandhaltung braucht

Geschrieben von Johan Peterson | 05.11.2026, 14:30:36

Lebensmittel und Getränke werden in guten, wie in schlechten Zeiten produziert, denn gegessen wird immer. Gleichzeitig steht die Branche wirtschaftlich stärker unter Druck als viele andere. Ob Sie Erfrischungsgetränke abfüllen oder Pasta herstellen: Die Margen sind knapp, und bei der Regulierung spielt die Lebensmittelindustrie in einer eigenen Liga.

Lebensmittelsicherheit, Vorschriften und Margen setzen Ihrer Produktion feste Grenzen. Entscheiden können Sie, wie Sie innerhalb dieser Grenzen arbeiten: reaktiv, immer etwas unter Zeitdruck und einen Schritt hinterher. Oder proaktiv, mit vorbeugender Instandhaltung einen Schritt voraus!

Hier sind drei Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie stark Ihre Instandhaltung das gesamte Werk beeinflusst.

 

Temperaturkontrollen kommen zu spät, wenn Sie die ganze Charge entsorgen müssen

Wenn Sie Milch oder Orangensaft pasteurisieren, messen Sie in jeder Charge. Die Vorschriften verlangen, dass die Temperatur während der Produktion aufgezeichnet wird. Wenn etwas nicht stimmt, erkennen Sie das also relativ schnell.


Bevor Sie im Orangensaft überhaupt etwas messen können, hat die Anlage ihre Arbeit allerdings bereits getan, oder eben nicht. Zeigt die Charge eine unzulässige Temperatur, müssen Sie klären, was mit dem Saft geschieht, der so nicht verwendet werden kann. Im schlimmsten Fall landet die gesamte Charge im Abfall.

Wie klingt das im reaktiven Alltag?
 
„Na ja, typisch, die Pasteurisierung war nicht so gut, wie sie sein sollte. Das kommt eben vor.“ 

Viele Werke haben diesen Satz so oft gehört, dass sie ihn gar nicht mehr als Entscheidung wahrnehmen.

Der proaktive Weg: Sorgen Sie dafür, dass die Anlage, die pasteurisiert, so gut in Schuss ist, dass Sie das Problem nie im Produkt finden. 

Sie überwachen die Anlage im Detail. Zeigen sich die ersten Anzeichen, wird daraus ein Arbeitsauftrag. Sie handeln, solange die Pasteurisieranlage die Temperatur noch hält, und die Chargen bleiben sicher und profitabel.

 

Mit einer verschlissenen Türdichtung verdienen Sie an jedem Eis weniger

Nehmen Sie Speiseeis, ein weiteres Produkt, bei dem Sie sich keine größeren Temperaturschwankungen leisten können. Im schlimmsten Fall ist die Charge verloren. Und selbst wenn die Temperatur noch innerhalb der sicheren Grenzen bleibt, kostet Sie jede Abweichung Marge.

Angenommen, Ihre Tiefkühlräume müssen konstant auf minus 24 °C gehalten werden. Schließt eine Türdichtung nicht mehr richtig, steigt die Temperatur im Raum langsam in Richtung minus 22 °C. Der Kompressor arbeitet stärker, um wieder auf minus 24 °C zu kommen. Wer nur auf das Endergebnis schaut, bemerkt davon zunächst kaum etwas.

Währenddessen steigt der Stromverbrauch des Kompressors und die Marge auf jedes einzelne Eis wird kleiner. Über Tage und Wochen macht sich der zusätzliche Energiebedarf auch in Ihren Umweltkennzahlen bemerkbar.

Denken Sie an eine Ampel: minus 24 °C ist Grün, minus 23 °C ist Gelb und ab minus 22 °C wird es Rot.

Reagieren Sie deshalb schon bei Gelb und erstellen Sie automatisch eine Aufgabe in Ihrem Instandhaltungssystem, damit der Raum den roten Bereich nie erreicht. Behalten Sie dabei proaktiv alle relevanten beweglichen Teile im Blick, nicht nur den Kompressor.

 

 

Mit Dokumentation sind Sie der nächsten Vorschrift voraus

Die Vorschriften in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden laufend strenger. Oft liegt es daran, dass bei einer anderen Marke in der Branche etwas passiert ist und die Behörden verhindern wollen, dass sich so etwas an anderer Stelle wiederholt.

Manchmal haben Sie zwei Jahre Zeit, eine neue Vorschrift umzusetzen, manchmal nur drei Monate. Wenn Sie sie nicht rechtzeitig umsetzen, dürfen Sie im schlimmsten Fall bestimmte Produkte nicht mehr verkaufen.

Vergleichen Sie die Anlagen in einem Lebensmittelwerk über einen Zeitraum von 20 Jahren, sehen Sie, wie viel sich verändert hat. Jede neue Vorschrift führt zu Umbauten und Verbesserungen an den Maschinen. Diese Änderungen müssen dokumentiert werden, damit jederzeit nachvollziehbar ist, dass die Anforderungen erfüllt wurden.

Genau diese Informationen gehören in Ihr CMMS: Was wurde an welcher Maschine wann geändert und zu welcher Vorschrift gehört die Änderung?

Steht eine Inspektion an, können Sie nachvollziehbar zeigen: Wir haben die neue Vorschrift gelesen, verstanden und umgesetzt.

Auch hier können Sie proaktiv handeln. Zeichnet sich ab, dass die EU auf eine neue Vorschrift zusteuert, können Sie die notwendigen Maßnahmen bereits vorher umsetzen. Wenn die Frist dann kommt, können Sie sagen: „Kein Problem, das haben wir schon vor einem Jahr gemacht.“ Ihre CMMS Dokumentation liefert den Nachweis.



Proaktive Instandhaltung beginnt bei der Führung, danach kommt die Software

Die meisten Produktionsleiter und technischen Leiter wissen, dass es CMMS Software gibt. Viele glauben, mit einem neuen CMMS wäre bereits alles gelöst. Wenn Sie damit jedoch nur erfassen, was bereits kaputtgegangen ist, bleiben Sie weiterhin reaktiv.

Der eigentliche Wandel beginnt mit der Frage, welche Rolle Sie der Instandhaltung in Ihrem Unternehmen geben.

Lebensmittelsicherheit, Vorschriften und knappe Margen bleiben bestehen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen hilft Ihnen eine proaktive Instandhaltung dabei, hochwertige Produkte zuverlässig und profitabel herzustellen.

Wenn also das nächste Mal in Ihrem Werk eine Charge im Abfall landet, hören Sie genau hin. Sagt jemand: „Das kommt eben vor“?