Ein Auditor möchte Kennzahlen sehen. Er will zum Beispiel wissen, welche Anlagen den größten Stillstand haben. So beschreibt es Fabian Dölle, Team Lead OEE/CMMS bei Maintmaster und früher selbst Instandhaltungsleiter. Seine Einschätzung: Viele Instandhaltungsorganisationen haben dafür keine Daten. Wer seine Aufgaben auf Papier notiert und abarbeitet, hat damit noch keine Zahlen.
Wie oft eine Anlage ausfällt, sagt die MTBF. Hier lesen Sie, wie Sie die MTBF berechnen, mit der Formel und einem durchgerechneten Beispiel. Danach geht es um den Teil, an dem die Rechnung in der Praxis meist scheitert: die Daten.
Was die MTBF aussagt
MTBF steht für Mean Time Between Failures, auf Deutsch mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen. Sie ist die durchschnittliche Zeit, die eine Anlage läuft, bevor ein Ausfall eintritt. Gemessen wird sie in Stunden. Sie gilt für Anlagen, die nach einem Ausfall repariert werden.
Eine niedrige MTBF zeigt häufige Ausfälle. Eine hohe MTBF steht für eine zuverlässige Anlage mit seltenen Störungen. So erkennen Sie Anlagen, die schlechter laufen als andere. Mehr zu den Kennzahlen der Instandhaltung lesen Sie im Beitrag Wichtige Instandhaltungs-KPIs.
MTBF berechnen: die Formel
Die Formel lautet:
MTBF = Betriebszeit ÷ Anzahl der Ausfälle
Dafür brauchen Sie zwei Zahlen für denselben Zeitraum:
- die Stunden, in denen die Anlage ohne Ausfall gelaufen ist,
- die Zahl der Ausfälle, die in dieser Zeit aufgezeichnet wurden.
Geplante Wartung rechnen Sie nicht mit ein, denn sie kann das Ergebnis verzerren.
Rechenbeispiel
Eine Maschine ist 24 Stunden in Betrieb und fällt in dieser Zeit zweimal aus. Jede Reparatur dauert 2 Stunden. Die Anlage steht also 4 Stunden still und läuft 20 Stunden.
20 Stunden ÷ 2 Ausfälle = 10 Stunden MTBF
Im Mittel fällt die Maschine also alle 10 Stunden aus. Aus denselben Zahlen lässt sich auch die MTTR (mittlere Wiederherstellungszeit) ablesen: 2 Reparaturen mit je 2 Stunden ergeben im Mittel 2 Stunden pro Ausfall.
Der Zeitraum im Beispiel ist kurz, damit sich die Rechnung leicht nachvollziehen lässt. Für Ihre Anlagen setzen Sie die Werte aus Ihren eigenen Aufzeichnungen ein.
MTBF, MTTF und MTTR im Vergleich
Die MTBF steht oft neben zwei verwandten Kennzahlen:
- MTBF: die mittlere Zeit zwischen zwei Ausfällen bei Anlagen, die sich reparieren lassen.
- MTTF (Mean Time To Failure): die mittlere Betriebszeit, bis eine Anlage endgültig ausfällt und ersetzt werden muss.
- MTTR (mittlere Wiederherstellungszeit): die mittlere Zeit, die eine Reparatur dauert, bis die Anlage wieder voll läuft.
Die MTBF sagt also, wie oft eine Anlage ausfällt. Die MTTR sagt, wie lange es dauert, sie wieder in Gang zu bringen. Die MTTF betrifft Anlagen, die man ersetzt statt repariert.
Wo die Berechnung in der Praxis scheitert
Die Rechnung ist einfach. Schwierig ist es, Anzahl und Dauer der Ausfälle richtig zu erfassen. Zwei Dinge verfälschen die MTBF besonders leicht.
Ausfälle werden unterschiedlich erfasst. Manche Teams tragen nur schwere Ausfälle ein, andere auch kleine Stopps. Das kann die MTBF verzerren. Legen Sie deshalb fest, was bei Ihnen als Ausfall zählt, und erfassen Sie es überall gleich. Ob Sie dabei die Dauer oder die Anzahl der Stillstände messen, behandelt unser Beitrag Ausfallzeiten oder Anzahl der Ausfallzeiten messen?
Die Aufzeichnungen sind lückenhaft. Die MTBF braucht vollständige Reparaturberichte. Fehlen Einträge, wird das Ergebnis unzuverlässig, und Entscheidungen, die darauf beruhen, werden es auch.
Auch der Ort der Aufzeichnung zählt. Fabian Dölle hält Stift und Papier für ungeeignet, Excel ebenfalls. Sein Argument: Man braucht eine Datenbasis, also eine Software, in die man die Daten einträgt und aus der man sie später gezielt wieder herausholt. Wie Instandhaltungsteams Audits bestehen, lesen Sie im Beitrag Wie Instandhaltungsteams erfolgreich Audits bestehen können.
Erst erfassen, dann auswerten: ein Beispiel aus der Praxis
Das Werk von Starsprings in Poznań (Polen) arbeitet seit 2018 mit Maintmaster CMMS. Davor hielt die Instandhaltung ihre Arbeit in Microsoft Excel fest. Artur Pawlak, Instandhaltungsleiter bei Starsprings, nennt als größten Unterschied das Verlaufsprotokoll: Das Team prüft dort, wie frühere Störungen behoben wurden. Das habe, sagt er, Stillstände und die MTTR gesenkt.
Er gibt außerdem zwei Tipps, die zur MTBF passen. Erstens soll das Team so früh wie möglich Berichte schreiben, denn so entsteht das Verlaufsprotokoll. Zweitens soll das Team die Statistik nutzen, sobald die Berichte da sind. Dort sieht es, ob sich an den Berichten etwas ändern muss, damit die Kennzahlen stimmen. Die ganze Geschichte lesen Sie in der Kundengeschichte von Starsprings Poznań.
So verbessern Sie die MTBF
Die MTBF verbessern Sie auf vier Wegen:
- Ausfälle regelmäßig und einheitlich erfassen.
- Die Ursachen wiederkehrender Ausfälle analysieren.
- Präventive Instandhaltung nach den Ausfallmustern planen.
- Anlagen, die dauerhaft schwach laufen, durch zuverlässigere ersetzen.
Wie Sie einen Plan für die präventive Instandhaltung aufbauen, zeigt der Beitrag Präventiver Instandhaltungsplan: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wie Sie einen Wartungsplan erstellen, steht in Wartungsplan erstellen: Schritt für Schritt, mit Vorlage.
Beginnen Sie bei den Daten. Wer jeden Ausfall mit Anlage, Zeitpunkt und Dauer festhält, kann die MTBF später aus diesen Aufzeichnungen rechnen. Mehr zu unserer Instandhaltungssoftware finden Sie auf der Produktseite.

