Ersatzteilmanagement

Ersatzteilmanagement

Beim Ersatzteilmanagement geht es darum, wie der Umgang mit Ersatzteilen zu systematisieren und zu strukturieren ist, um ein effizientes Lagermanagement zu ermöglichen, das zu einer besseren Verfügbarkeit führt und den Investitionsaufwand reduziert.

Instandhaltung führt meist zu irgend einer Form von Materialverbrauch. Eine Ausfall bringt oft große Probleme mit sich, die sich noch ausweiten können, wenn keine Ersatzteile verfügbar sind.

Ohne Ersatzteile besteht die Gefahr von Stillstandszeiten, welche die Qualität der produzierten Güter verringern, umweltschädliche Emissionen verursachen und eine Gefahr für die Mitarbeiter darstellen können. Dies führt in der Regel dazu, dass zu viele Ersatzteile angeschafft werden, was oft zu hohen Investitionen führt. Möglicherweise ist es auch schwierig, den Ersatzteilverbrauch zu planen, da dieser einer wechselnden Nachfrage unterliegt. Daher ist es wichtig, ein gut abgestimmtes Ersatzteillager vor Ort zu haben. Dies reduziert Produktionsausfälle und vereinfacht die Instandhaltung der Ausrüstung. Ziel des Ersatzteilmanagements ist es, die Gesamtkosten möglichst niedrig zu halten.

Die Gesamtkosten umfassen das Lager, die Verwaltung und verschiedene Arten von Fehlmengenkosten

Vision

Beispiel

  • Die ausgewählten Methoden, Systeme und alle Mitarbeiter müssen zusammenwirken, um ein kosteneffizientes Ersatzteillager aufzubauen.
  • Wir haben klare, greifbare KPIs, die zeigen, wie gut wir in der Lage sind, Arbeitsmethoden und Kosteneinsparungen im Ersatzteillager umzusetzen.
  • Das Ersatzteilmanagement trägt maßgeblich zur besseren Verfügbarkeit in der Produktion bei.
  • Unsere Lagerräume sind stets gut aufgeräumt und gut strukturiert. Das betrifft beispielsweise eine eindeutige und funktionale Etikettierung von Artikeln.

Strategie

Beispiel

  • Unsere Ersatzteilstrategie basiert auf dem garantierten Zugriff auf die richtigen Ersatzteile zur richtigen Zeit, und nicht unbedingt auf alle Ersatzteile.
  • Artikel werden von den Technikern registriert und mit Objekten im Instandhaltungssystem verknüpft. Die Entnahme von Verbrauchsmaterialien und Versicherungsersatzteilen wird jeweils mit einer direkten Verbindung zum Auftrag im Instandhaltungssystem erfasst.
  • Um die Lagerung zu optimieren, betreiben wir eine Bedarfsanalyse sowie Klassifizierung der Artikel, um zu ermitteln, ob ein bestimmtes Ersatzteil im Voraus gelagert oder aber im Bedarfsfall angeschafft werden sollte.

Ziele und leistungskennzahlen

für das Ersatzteilmanagement

Das Ziel des Ersatzteilmanagements besteht darin, die geringstmöglichen Gesamtkosten für Ersatzteile zu gewährleisten, ohne jedoch die Verfügbarkeit zu gefährden.

Eine hohe Verfügbarkeit setzt voraus, dass Ersatzteile direkt verfügbar sind oder die Lieferzeit so kurz wie möglich ist. Bei Auftreten einer Fehlfunktion muss diese so schnell wie möglich identifiziert und korrigiert werden. Die Gesamtkosten umfassen die Kosten für Lagerhaltung, Verwaltung und für verschiedene Arten von Fehlmengen.

Einige Beispiele für KPIs zur Beurteilung des Ersatzteilmanagements lauten:

  • Lagerwert und Menge
  • Anzahl der Notfallbestellungen
  • Wert des verschrotteten Materials
  • Gesamtkosten (Lagerkosten + Fehlmengenkosten)
  • Stillstandszeiten (wegen fehlender Ersatzteile)
  • Lagerkosten
  • Umschlagshäufigkeit (ohne Versicherungsersatzteile)

Beurteilung des Ersatzteilbedarfs

Instandhaltungstätigkeiten erfordern häufig eine direkte Ersatzteilverfügbarkeit im Lager. Dementsprechend ist es sinnvoll, ausgewählte Ersatzteile ständig vorrätig zu haben, um unnötige Produktionsausfälle durch lange Lieferzeiten zu vermeiden. Artikel
werden registriert und mit Objekten verknüpft, um die Lieferzeiten bei der Bestellung zu verkürzen. Im Gegensatz dazu sollten bei wiederkehrenden Instandhaltungsaktivitäten, z. B. bei einer geplanten Instandhaltung, die Ersatzteile stattdessen für die geplante
Aktivität bestellt werden, anstatt sie auf Lager zu halten. Die Kosten für die vorgehaltenen Bestände sind mit den Kosten zu vergleichen, die durch das Fehlen dieser Bestände entstehen würden. Es gibt jedoch noch einige andere Faktoren, die bei
einer genauen Bedarfsermittlung zu berücksichtigen sind.

Beispiele für Informationen zur Bedarfsanalyse:

  • Verbrauchsstatistik
  • Zusammenarbeit mit Lieferanten
  • Engagement der Instandhaltungstechniker und des Managements
  • Klassifizierung von Ersatzteilen

Klassifizierung von Ersatzteilen

Um die Optimierung des Lagers zu erleichtern, sind die Artikel in die folgenden Kategorien unterteilt:

Verbrauchsmaterialien

  • Artikel, die nicht als Ersatzteile gelten und eine hohe Verbrauchsrate oder einen niedrigen Wert haben können.

Verbrauchsersatzteile

  • Standardartikel wie Sensoren, Zylinder und Ventile, die für verschiedene Arten von Geräten und Anlagen verwendet werden können. Sie sind meist von geringem Wert und haben kurze Vorlaufzeiten.

Versicherungsersatzteile

  • Gelagerte Ersatzteile zur Vermeidung von langen und kostenintensiven Stillständen. Diese können teuer sein und haben oft lange Vorlaufzeiten

Vorbereitung und registrierung

Das folgende Ablaufdiagramm zeigt die Zuweisung von Zuständigkeiten und Verfahren für die Registrierung und den Einkauf von Ersatzteilen unter normalen Bedingungen. Der für die allgemeine Vorbereitung zuständige Techniker ist auch für die Vorbereitung von Ersatzteilen für die Produktionslinie oder für die Ausrüstung im jeweils zugewiesenen Zuständigkeitsbereich zuständig. Der zuständige Techniker kann Unterstützung für diese Aufgabe vom Instandhaltungsmanagement anfordern.

 

Bedarf an notfallersatzteilen

Das folgende Ablaufdiagramm zeigt die Zuweisung von Zuständigkeiten und Verfahren für die Registrierung und den Einkauf von Ersatzteilen in einer Notfallsituation. Die Zuständigkeit für einen Notfallkauf liegt beim Instandhaltungsmanagement oder beim Abteilungsleiter. Die Zusammenstellung von Information und die Bestellung kann jedoch an Instandhaltungstechniker delegiert werden, die gegebenenfalls Unterstützung vom Instandhaltungsmanagement anfordern können.

 

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